Blick von der Friedenauer Brücke nach Berlin, Öl auf Leinwand, André Krigar, 2012

 

STADTMENSCHEN 

Bunte Farben im grauen Herbst

Die Sonne hellt den blassblauen Himmel auf, bringt den gelben Putz der Häuser zum Leuchten, zaubert ein bisschen mediterranes Flair ins kalte Berlin. Fußgänger hasten an den Auslagen der Rheinstraße vorbei, andere schlendern, die Hände in den Taschen. Ein Wintermorgen in Friedenau: Der Berliner Künstler André Krigar hat dieses Bild in Öl gemalt für seine Ausstellung „StadtGesichte“. Und für sein neuestes gleichnamiges Buch mit 60 Reproduktionen von Gemälden, die allesamt Berliner Ansichten zeigen, vor allem aus Steglitz, Mitte und vom Kurfürstendamm.

Krigar ist ein geborener Berliner, der 60-Jährige liebt seine Stadt, lässt dieser Leidenschaft künstlerisch freien Lauf. Seit vielen Jahren zieht er mit seiner Staffelei durch Berlin, packt Farben und Pinsel an vertrauten oder abseits gelegenen Orten aus. Dann legt er unter freiem Himmel los, hält Augenblicke fest in der Physiognomie der Stadt. Auch nachts, am frühen Morgen, im stillen Berlin der Parks, im lauten und grellen Getriebe. An einem Abend hat er das Publikum beobachtet, wie es ins erleuchtete Foyer der Schaubühne am Ku’damm strömt. An Sonnabenden malte er mitten drin im Flohmarkt-Trubel am Rathaus Schöneberg oder vor den Frühstückscafés am Wasserturm in Prenzlauer Berg, in der Charlottenburger Grolmannstraße.

Krigars Bilder erinnern an die Gemälde der früheren Berliner Impressionisten Max Liebermann, Franz Skarbina oder Lesser Ury. Krigar ist alles andere als ein Schönwettermaler. Am grauen Novemberabend in der Steglitzer Schloßstraße verschwimmen die Farben expressionistisch, die Autos ziehen rote Spuren über den Asphalt. 

Ausstellung „StadtGesichte“, bis 10. November in der Steglitzer Galerie Classico, Schützenstraße 52.      

www.galerie-classico.de

Christoph Stollowski, Tagesspiegel, 8-11-2012


Stadtgesichte

Sie haben den Maler bestimmt schon einmal gesehen, in der Schloßstraße, am Breslauer Platz oder in der Rheinstraße. Er malt viel und leidenschaftlich, aber er ist kein Heimatmaler. Er wohnt in Steglitz, und es hat sicher auch praktische Gründe, in der Nachbarschaft zu arbeiten, die Staffelei aufzubauen, Farbe aus Tuben auf die Palette zu drücken, diese mit dem Pinsel zu mischen und auf die Leinwand zu bringen. Andre Krigar arbeitet weltweit, in Kanada, Kenia oder den Niederlanden. Der Amsterdamer Kunsthistoriker Harry J. Kraaij beschreibt ein Erlebnis mit Krigar so: „Auf dem Weg zu meinem Hotel sah ich ... um 23 Uhr Krigar im Dunkeln malen .. . Unter der Laterne stand er und arbeitete an seinem dritten Bild an diesem Tag“. Dem Journalist Lothar Heinke verrät Krigar: „Ich male, weil ich mich sonst nicht wohlfühle. Weil ich muss. Diese Krankeit ist sehr hartnäckig und chronisch, ich muss damit rechnen, dass ich sie nicht mehr ablegen kann und wohl ins Grab mitnehmen werde“. 

 

Für die bis zum 10. November laufende Ausstellung Stadtgesichte in der Galerie Classico hat er fast alle Bilder in diesem Jahr erarbeitet. Die Bilder der Ausstellung zeigen die verschiedenen Gesichter unserer Stadt: ein Blick in die Rosenthaler Straße mit dem typischen Berliner Schmuddelwetter, eine Baustellensituation am Prenzelberger Wasserturm, Winterlicht auf der Friedenauer Rheinstraße, Spaziergänger unter der Unterführung am Savignypiatz – der Facettenreichtum Berlins wird auf diesen Bildern greifbar.

 

Die Friedenauer Verlegerin Evelyn Weissberg hat einen sehenswerten Katalog

mit den farbgewaltigen Bildern dieser Ausstellung verlegt.

Stadtteilzeitung, 25-9-2012


 

Farbgewaltig, bewegt, atmosphärisch –

Berlin-Bilder von André Krigar.

 

Ein Blick in die Rosenthaler Straße mit dem typischen Berliner Schmuddelwetter, eine Baustellensituation am Prenzelberger Wasserturm, Winterlicht auf der Friedenauer Rheinstraße, Spaziergänger unter der Unterführung am Savignypiatz- der Facettenreichtum unserer Stadt wird auf diesen Bildern greifbar. Doch legt Krigar auch ein besonderes Augenmerk auf die Menschen, deren Treiben und Streben er mit wenigen Pinselstrichen wiedergibt, und auf - die Autos: Sie setzen mit ihren Lichtreflexen auf seinen Bildern besondere Akzente. So entstehen Bilder, die der Komplexität von Bauten und Straßen, Bewegung und Leben vollends gerecht werden. Schon seit seinem Studium an der HdK Berlin setzt sich Krigar (Jg. 1952) mit dem Stadtbild auseinander. Durch den Mauerfall und die daraus erwachsenen ungeahnten Aspekte wird es schließlich zu seinem ureigenen Thema.

 

André Krigar stellt das neue Katalogbuch "StadtGesichte" vor. Erschienen in der edition Friedenauer Brücke, Format 22 x 22 cm, 96 Seiten, gebunden mit über 60 Abbildungen, ISBN:978-3-9811242-8-6, 20,00 €

„Wenn du Gelegenheit hast: Untersuch doch 'mal Krigars Technik. Wie er seine Farben vermengt.
Besser: wie er seine Pinsel ungespült wieder auf die Leinwand bringt. Den Strich jeder Farbe könntest du im nächsten entdecken.
Damit legt er jeden Moment unbedingt fest, oder nicht?”

Gern wird Ihnen das 96seitige Katalogbuch (Hardcover, gebunden) mit 60 Farbabbildungen und vier Textbeiträgen auf Wunsch zugesandt.) 

www.berlin-suedwest.de


DEUTSCHLANDRADIO KULTUR

Beitrag vom 28.09.2012

Immer freitags sprechen wir mit Buchhändlern aus ganz Deutschland.

 

Heute mit Elvira Hanemann von der Buchhandlung Thaer in Berlin.

Elvira Hanemann empfiehlt: Ein besonders schönes Buch: 

"StadtGesichte" Berlin Bilder von André Krigar

 

edition Friedenauer Brücke, 96 Seiten, 20 Euro.

 

 Eisenbahnüberführung

(Friedenauer Brücke) 1914 

von Ernst Ludwig Kirchner

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Evelyn Weissberg

 

Stand: Oktober 2019