Ann Kienert, Marktstand mit Rathaus, Aquarell, 1973

Markttage in Friedenau
" Na, Schätzchen, was darf es sein?" So fragte mich unsere "Fischfrau" Elly Hatzmann auf dem Markt. Sie erklärte: "Kindchen, jeder Mensch ist ein Schatz, du auch!"
So lernte ich ab 1963 den Markt vor unserer Haustüre kennen und lieben. Jetzt halte ich das Buch zum Markt von Frau Weissberg in den Händen.

Die Liebe zum Markt in Friedenau zeigt sich in der sorgfältigen Gestaltung, auf jeder Seite erlebbar, fast zu spüren. Die Bilder von Künstlern aus Friedenau lassen viele Erinnerungen lebendig werden. Bilder meiner Mutter, Frau Ann Kienert und Texte der Familie Jahn. Uns verbindet der Gute Hirte mit der Gemeinde auf dem Friedrich Wilhelmplatz. Friedenauer lieben zu Recht ihren Markt und setzen sich als Bürger dafür ein. Mögen begeisterte tatkräftige Menschen eine weitere gute Entwicklung und Zeit dort erleben dürfen. Die Idee von Herrn Hans Hochhaus mit einem Brunnen und vielleicht auch Bäumen würde einen schönen kraftvollen Ort für die Menschen schaffen.

Frau Weissberg meinen herzlichsten Dank für diese Buch.
Sabine Nörtemann geb. Kienert (Zuschrift im Gästebuch, Juli 2021)


Juni/Juli 2021

 

FRIEDA Das Lokalmagazin für Friedenau und Umgebung 

 

Eine Hommage an die örtliche Wochenmarkt-Geschichte

 

LITERATUR   edition Friedenauer Brücke bringt neues Buch heraus

 

Wieder bringt der Verlag edition Friedenauer Brücke von Evelyn Weissberg und Hermann Ebling ein neues Werk zur Kiez-Geschichte heraus. Eineinhalb Jahre nach „Der Geist von Friedenau“ (FRIEDA berichtete) erscheint im Juli „Markttage in Friedenau“ mit einer Fülle an Bildern,  aktuellen Fotografien und auch historischen Zeitreisen auf insgesamt 148 Seiten. Das Werk soll eine Hommage an einen der ältesten Berliner Wochenmärkte und an seine BesucherInnen sein, erzählt Evelyn Weissberg im FRIEDA Interview. 

 

FRIEDA: Frau Weissberg, Sie sind selbst ein großer Fan des Friedenauer Wochenmarkts.

 

Weissberg: Ich versuche nach der Devise „think global – buy local“ zu leben, gehe deshalb sehr gern auf dem Markt einkaufen, zu jeder Jahreszeit, schätze das vielfältige Angebot der HändlerInnen. Die „Mischung" der Stände gefällt mir, auch passt alles gut zusammen. Klar, die Ware mag zwar nicht so ganz „billig“ sein, aber sie ist ihren Preis qualitativ wert. Auch dass der Markt nicht allzu groß ist, trägt wohl zu seinem besonderen Charme mit bei.

Donnerstags kann man sogar die „Küche kalt“ lassen, es gibt ja ab mittags ein vielfältiges Angebot wie geräucherte Forellen, bretonische Crêpes und Galettes, Hotdogs, indisches und thailändisches Streetfood – ich bekomme schon Appetit nur beim Aufzählen! 

 

FRIEDA: … und Appetit auf ein Buch zum Thema bekamen Sie dann auch.

 

Weissberg: Genau, diese besondere Atmosphäre hat mich schon lange eingenommen und seit ungefähr zehn Jahren fotografiere ich sie auch ab und zu. Langsam reifte dabei die Idee zu einem Buch und so haben wir überlegt, jetzt eines über diesen ältesten durchgehend betriebenen Markt Berlins herauszugeben. Es gibt ihn bereits seit 1881!

 

FRIEDA: Dann machen Sie dem Wochenmarkt  ja ein Geschenk zum 140sten Geburtstag. Wie weit zurück reicht denn Ihre Betrachtung?

 

Weissberg: Insgesamt haben wir wieder Einiges zusammengetragen, Kurioses und auch historische fotografische Aufnahmen des Marktes und der angrenzenden Straßen gibt es zu sehen. Eigentlich gibt es aus jedem Jahrzehnt Material – bis zur Gründung des Marktes sogar. Von damals haben auch nette kleine Anekdoten und Berichte aus dem Friedenauer Lokalanzeiger oder alte Preislisten, solche übrigens auch aus der Zeit der Inflation nach dem Ersten Weltkrieg, als mit astronomischen Summen gezahlt wurde. So wird eben Geschichte besonders anschaulich. Außerdem haben wir Erinnerungen von „Marktzeitzeugen“ gesammelt, beschreiben MarktstandbetreiberInnen, die ja zum Teil schon seit Jahrzehnten hier ihre Waren verkaufen.

 

FRIEDA: Was sind Ihre Lieblingseindrücke, die Sie bei der Recherche gewonnen haben?

 

Weissberg: Sehr wichtig finde ich, an die Zeit des „schwarzen Marktes“ in der unmittelbaren Nachkriegszeit zu erinnern, denn da gibt es bald keine ZeitzeugInnen mehr. Und, auch wenn es kein regulärer Markt war, so gehört auch er mit zur Geschichte. Ich mag sehr die Kindheitserinnerungen der alten FriedenauerInnen, die erzählen, wie der Markt noch vor dem Krieg aussah. Aber auch aus den 70er- und 80er-Jahren haben wir wunderbare Beiträge bekommen – also der Zeit, als wir selbst als Studierende nach Friedenau kamen, in unsere erste Wohnung an der Handjerystraße. Hinzukommt,

dass Friedenauer KünstlerInnen den Markt für uns in wunderschönen Bildern porträtiert haben. So ist das Buch ein buntes, aber fein ausgesuchtes

„Sammelsurium“, wie der Markt selbst..

 

FRIEDA: Alles in allem kann man wohl sagen, dass es sich bei Ihrem Buch um ein auf Papier  gebanntes abwechslungsreiches „buntes Treiben“ handelt … 

 

Weissberg: Genau, und hinzukommt ja, dass Friedenauer KünstlerInnen den Markt für uns in wunderschönen Bildern porträtiert haben.

So ist das Werk Buch ein buntes, aber fein ausgesuchtes „Sammelsurium“, wie der Markt selbst. 

 

FRIEDA: Dann sind wir sehr gespannt auf den Erscheinungstermin. Aktuelles dazu gibt es auf Ihrer Website www.friedenauer-bruecke.de. Viel Erfolg! 

 


AUGUST 2021

 

Aus dem Newsletter der NICOLAISCHEN Buchhandlung, Rheinstraße 65   

 

 


Preis stimmt allerdings nicht ganz, kostet bei uns inclusive Porto und Verpackung NUR 29€   ;)
Preis stimmt allerdings nicht ganz, kostet bei uns inclusive Porto und Verpackung NUR 29€  ;)

 

 Eisenbahnüberführung

(Friedenauer Brücke) 1914 

von Ernst Ludwig Kirchner

im Logo

  

© Gestaltung der Bücher, 

der Verlags-CI und der Homepage:

Evelyn Weissberg

 

Stand: DEZEMBER 2021